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Apollo 11

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12. September 1962. Präsident John F. Kennedy schwört in einer spektakulären Rede seine Nation ein. Er will die Führungsrolle im Weltraum übernehmen und Menschen auf den Mond fliegen lassen. "Nicht weil es einfach ist, sondern weil es schwer ist!"
Die erste Mondlandung wird er jedoch nicht erleben, am 22. November 1963 wird er Opfer eines Attentates.

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Sieben Jahre später: Am 20. Juli 1969 betreten die ersten beiden Menschen den Mond und die Welt schaut zu. Aus heutiger Sicht erscheint diese Leistung unglaublich. Denn die Astronauten haben es tatsächlich geschafft - mit einer in Folie gewickelten "Blechbüchse", einem Computer, dessen Leistung längst von jedem Taschenrechner übertroffen wird, und in handgenähten Raumanzügen.
 
Erleben Sie mit uns die unglaubliche Apollo-11-Mission noch einmal. Oder zum ersten Mal! Und wir würden uns freuen, wenn Sie uns am Ende ein Feedback geben.
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Der Hinflug

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16. Juli 1969, John F. Kennedy Space Center in Florida: Es ist 8:32 Uhr Ortszeit und 15:32 Uhr in Deutschland. Mit einem enormen Donnern zünden die Triebwerke der Saturn-5-Rakete, der Boden bebt.

Nicht nur Tausende Journalisten aus 54 Staaten sind gekommen, sondern auch rund eine Million Schaulustige harren in der Nähe des Startgeländes aus, um das Spektakel live zu erleben. 600 Millionen Menschen verfolgen das Ereignis im Fernsehen. Es ist das erste globale Public Viewing und bis heute eines der größten TV-Ereignisse überhaupt.

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Die Saturn 5 ist die größte und leistungsstärkste Rakete, die je gebaut wurde. Mit ihrer Höhe von 110 Metern und einem Startgewicht von 2.800 Tonnen ist sie 17 Meter höher und ungefähr 13 mal schwerer als die Freiheitsstatue in New York. 

Der durch den Start entstehende Druck ist so groß, dass noch zehn Kilometer entfernt Fensterscheiben zerbrechen. Die Erschütterungen des Bodens werden noch in 2.000 km Entfernung registriert. Die Lautstärke beträgt über 200 Dezibel; damit zählt der Start zu den lautesten von Menschen gemachten Geräuschen.

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Neil Alden Armstrong, 38 Jahre alt und Kommandant der Apollo-11-Mission. Er ist ruhig, zurückhaltend und wortkarg. In kritischen Situationen hat er Nerven wie Drahtseile. Bei den Vorbereitungen beweist er, dass er jeder Problemsituation gewachsen ist. Kollegen beschreiben ihn als den besten Testpiloten der Welt.

Edwin Eugene - genannt Buzz - Aldrin, 39 Jahre alt, Pilot der Mondlandefähre Eagle und Doktor der Weltraumtechnik. Anders als Armstrong ist er sehr kommunikativ. Er sucht geradezu das Bad in der Menge und hat einen Ruf als "Draufgänger". Tragisch: Seine Mutter nahm sich kurz vor der Mondlandung das Leben, ihr Mädchenname war Marion Moon.

Michael Collins, 38 Jahre alt und Pilot des Kommandomoduls Columbia. Er ist sehr umgänglich und gelassen. Weil er während der Mondlandung im Mutterschiff ausharren muss, wird er als der vergessene Astronaut der ersten Mondmission bezeichnet. Glücklicherweise ist er uneitel und selbstlos.
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In der Kommandokapsel blicken die Astronauten auf ein dreigeteiltes Armaturenbrett mit 566 Schaltern und 111 Anzeigen. Auf einer Steuerkonsole befinden sich die 24 wichtigsten Instrumente, die über den Kurs des Raumschiffs informieren und ständig beobachtet werden müssen.

Die Steuerung befindet sich auf der linken Seite, dem Platz des Kommandanten Neil Armstrong. In der Mitte sitzt der Pilot des Kommadomoduls Columbia, Michael Collins und rechts Buzz Aldrin, Pilot der Mondlandefähre Eagle.
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Zweieinhalb Minuten nach dem Start wird die erste Stufe der Rakete in ca. 60 km Höhe über dem Atlantik abgesprengt. Die Geschwindigkeit der Saturn 5 beträgt jetzt ca. 10.000 km/h. Eine Gewehrkugel ist ungefähr schlappe 3.000 km/h schnell.

Dann folgt die Zündung der zweiten Stufe. Der Treibstoff reicht für ca. sechs Minuten und bringt die Rakete auf 200 km Höhe. Ihre Geschwindigkeit beträgt nun ca. 24.000 km/h.

Die Rettungsrakete an der Spitze der Saturn 5 wird jetzt nicht mehr benötigt und abgesprengt. Wäre beim Start eine Notfallsituation eingetreten, hätte die Rettungsrakete die Kapsel aus dem Gefahrenbereich befördert.
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Die Zündung der dritten Stufe bringt die Rakete auf eine Geschwindigkeit von 28.000 km/h - und in eine Umlaufbahn um die Erde. Nach eineinhalb Umkreisungen der Erde wird das Triebwerk nochmals gezündet und die Rakete beschleunigt jetzt auf rund 40.000 km/h - das ist die Höchstgeschwindigkeit.

Diese enorme Fluchtgeschwindigkeit ist nötig, um der Erdanziehung zu entkommen. Die Drei verlassen die Erdumlaufbahn und begeben sich auf Mondkurs.
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Jetzt folgt das Kopplungsmanöver - es ist eine der heikelsten Phasen der Mission: Die Kommandokapsel und das Servicemodul drehen sich um 180°. Die obere Verkleidung der Saturn-5-Rakete wird abgesprengt und die Landefähre Eagle freigesetzt. 

Mit der Spitze voraus dockt die Kommadokapsel jetzt an die Mondfähre Eagle an und zieht sie heraus.
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Die Kommandokapsel dreht sich erneut um 180°, damit sie mit der Eagle voraus in Richtung Mond fliegen kann.

Buzz Aldrin: "Das war ein kritisches Manöver im Flugplan. Wären die Trennung und das Andockmanöver schiefgegangen, hätten wir zur Erde zurückkehren müssen. Wir behielten während der ganzen Operation unsere Raumanzüge an, um im Falle einer Kollision oder Beschädigung unserer Kapsel geschützt zu sein."
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Zuvor hatte die NASA eine historische Bestellung bei dem hessischen Unternehmen Ernst Leitz GmbH in Wetzlar aufgegeben: Eine spezielle Anfertigung des Fernglases "Trinovid" soll den Astronauten beim Navigieren und den schwierigen An- und Abdockmanövern helfen. Sie können damit beispielsweise Teile, die mit hohen Geschwindigkeiten ankommen oder wegfliegen aus großen Entfernungen sehen. Das Fernglas trägt heute noch den Spitznamen "Eye of Apollo".
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Nach dem Dockingmanöver wird es für die drei Astronauten etwas ruhiger. Drei Tage lang fliegen sie antriebslos zum 360.000 km entfernten Mond. Die Reise dauert drei Tage, denn je weiter sich die Columbia von der Erdanziehung entfernt, umso langsamer wird sie. Erst in der Mondumlaufbahn wird sie wieder durch die Anziehung des Mondes beschleunigt.

Sie essen, schlafen, hören mit einem Kassettenrekorder Musik. Und sie sind live im Fernsehen zu sehen und  demonstrieren beispielsweise, wie man in der Schwerelosigkeit isst. Sie sind gut gelaunt und genießen die Aufmerksamkeit vor dem großen Ereignis.

Die NASA hat für diese Mission eine Überlebenschance von 93% berechnet. Für den Mondflug bekommen die Astronauten ihr normales Gehalt von rund 20.000 Dollar im Jahr, das wären heute ca. 150.000 Euro. Einen Mond- oder Gefahrenzuschuss gibt es nicht.
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Die Mondlandung ist das Topthema in allen Zeitungen der Welt. Houston liest den Astronauten täglich aktuelle Artikel vor. Die russische "Pravda" bezeichnet Neil Armstrong als den "Zar des Raumschiffes". Jetzt hat er seinen Spitznamen weg.

Edwin Eugene Aldrin hat sich seinen Spitznamen "Buzz" sogar als offiziellen Namen eintragen lassen. Der stammt von seiner kleinen Schwester: Sie konnte das Wort "brother" nicht richtig aussprechen und sagte "buzzer" zu ihm. Daraus wurde Buzz.

Bei der NASA hat Aldrin allerdings den Spitznamen "Dr. Rendezvous", weil er immerzu und wie besessen von Rendezvous spricht, allerdings bezieht er sich auf Weltraumrendezvous. Auch seine Doktorarbeit hat er seinem Lieblingsthema gewidmet: der Kopplung von zwei Raumfahrzeugen im All.
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Die Mondlandung

In rund 200 km über dem Mond erreichen die Astronauten die Mondumlaufbahn. Die Anziehungskraft des Mondes hält die Columbia in einer elliptischen Bahn. Die Raumkapsel wird ca. 30 Mal den Mond umkreisen und dabei jedesmal auf der erdabgewandten Seite für 47 Minuten im Funkloch sein - also ohne jeglichen Kontakt zu Houston.

Auf der Rückseite des Mondes zünden die Astronauten die Bremsraketen, sie wollen die Columbia verlangsamen. Sie schwärmen zum ersten Mal, dass "alles voller Sterne" ist.
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Nach einigen Mondumkreisungen wird die Mondlandefähre Eagle aktiviert: Neil Armstrong und Buzz Aldrin bereiten sich auf die bevorstehenden Aktionen vor. Sie steigen von der Kommandokapsel Columbia in die Eagle um und schließen die Luken zwischen den beiden Schiffen. Die Mondfähre trennt sich von der Kommandokapsel.

Michael Collins beruhigender Abschiedsgruß an die beiden lautet: "You cats take it easy on the surface", was er damit sagen möchte: "Jungs, geht es da unten locker an."
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Nach der Trennung der Eagle von der Kommandokapsel starten Armstrong und Aldrin die Abstiegsdüsen der Landefähre zum ersten Mal. Armstrong gibt per Funk durch: "Der Adler hat Flügel!"

Sie geben Schub gegen die Flugrichtung um die Fähre abzubremsen und in eine niedrigere Umlaufbahn zu gelangen. Der Mond ist jetzt zum Greifen nah.
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Während die beiden Mondfahrer die Mondlandung ansteuern, bleibt Michael Collins alleine in der Columbia zurück und umkreist den Mond. 21 Stunden und 36 Minuten harrt er alleine aus.

Zu diesem Zeitpunkt wird er als der wahrscheinlich einsamste Mensch des Universums bezeichnet, weil er jedesmal auf der erdabgewandten Seite des Mondes im Funkloch ist. Später wird er erzählen, dass er sich nicht einsam gefühlt hat und diesen Zustand sogar eher genossen hat!
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Mit Gurten gesichert steuern Armstrong und Aldrin im Stehen die Eagle auf die Mondoberfläche. Sie fragen sich: "Wie weit wird die Mondfähre in den Mondboden einsinken?"

Doch vorerst soll dies ihr geringstes Problem sein. Vor dem Aufsetzen zünden sie das Bremstriebwerk. Umso näher sie dem Mondboden kommen, umso gefährlicher sieht er aus: Felsblöcke, Krater, Geröllfelder ... kein Landeplatz ist in Sicht. Plötzlich schlägt der Navigationscomputer Alarm. Er meldet die Programmfehler 1201 und 1202.

Houston gibt durch, die Fehlermeldungen zu ignorieren. Aldrins Aufmerksamkeit wird von den Alarmmeldungen und den Gesprächen mit Houston komplett in Anspruch genommen. Später stellt sich heraus, dass der Auslöser eine Überlastung des Bordcomputers war.
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In diesem entscheidenden Moment zeigt sich die Coolness Armstrongs: Die automatische Steuerung der Eagle hat sie in ein Geröllfeld, statt auf einen geeigneten Landeplatz geleitet. Armstrong nimmt das Steuer in die Hand. Der Treibstoff droht auszugehen, der Computer schlägt Alarm und er behält die Nerven.

Unter enormen Druck, muss er sich für einen geeigneten Landeplatz auf dieser scharfkantigen Oberfläche entscheiden. Die fragilen, spinnenartigen Landebeine der Eagle dürfen nicht zerstört werden.

Zwei Minuten vor der Landung trifft er eine Entscheidung und folgt einer alten Piloten-Maxime: "Wenn du dir nicht sicher bist, mache eine lange Landung." Das bedeutet über den geplanten Landepunkt hinaus zu fliegen und möglichst lange in der Luft zu bleiben. Laut Anzeige hat er nur noch 2% Treibstoff, der reicht für ca. 50 Sekunden.
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20. Juli, vier Tage nach dem Start. In Houston ist es 15:17 Uhr, in Deutschland 21:17 Uhr, als die Eagle nach einem nervenaufreibenden Landemanöver auf der Mondoberfläche landet.

"LUNAR CONTACT" leuchtet im Cockpit auf. Der Landeplatz ist TRANQUILITY BASE - das Meer der Ruhe - auf der erdzugewandten Seite des Mondes. Der Treibstoff hätte laut Anzeige nur noch für ca. 20 Sekunden gereicht.

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Direkt nach der Landung müssen Armstrong und Aldrin zuerst alle Vorbereitungen für den Rückflug treffen, danach sollen sie sich eigentlich ausruhen. Doch ihre Aufregung ist zu groß: Durchs Fenster schauen sie auf den Mond und schießen erste Fotos. Die eigentlich geplante Ruhepause von über fünf Stunden verkürzen sie auf 45 Minuten.

Doch schnell mal auf den Mond treten, das geht nicht. Alleine das Anziehen der Raumanzüge zieht sich über Stunden hin. Die Anzüge gelten als die teuersten Kleidungsstücke der Welt. Sie bestehen aus 21 verschiedenen Schichten, aus Gummi, Neopren und Kunststofffasern - alles in akribischer Handarbeit zusammengenäht.

Das alles hat seinen Preis: Ein Anzug hat 100.000 US-Dollar gekostet, das wären heute ungefähr 603.000 Euro.
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6½ Stunden nach der Landung öffnet sich die Luke und Armstrong zwängt sich rückwärts hinaus auf die Leiter. Den Abstand der letzten Sprosse zum Boden - ca. einen Meter - springt Armstrong und landet sicherheitshalber erst auf dem Fuß der Landestütze.

Die Mondoberfläche sieht sehr feinkörnig und pudrig aus. Kann er es wagen, seinen Fuß auf den Mond aufzusetzen? Ein paar Mal testet er mit der Schuhspitze die Beschaffenheit des Bodens. Dann macht er seinen epochalen "kleinen Schritt".

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Armstrongs Schuh sinkt nur wenige Zentimeter in den Mondboden ein. Er hinterlässt einen ausgeprägten Abdruck, der für immer auf der Mondoberfläche zu sehen sein wird - es sei denn, ein Meteorit trifft genau diese Stelle.

Armstrong wiegt mitsamt Raumanzug und Rucksack 180 Kilo. Weil die Anziehungskraft des Mondes sechsmal geringer ist als die der Erde, hat er aber nur ein Gewicht von ungefähr 30 Kilogramm zu tragen. 

Später wird er erzählen: "Nach der Landung fühlten wir uns in der Mondschwerkraft sehr wohl. Tatsächlich zogen wir sie sowohl der irdischen Schwerkraft als auch der völligen Schwerelosigkeit vor."
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Zwanzig Minuten später verlässt Aldrin die Mondfähre Eagle und betritt den Mond. Er beschreibt das, was er sieht als "majestätische Einöde."

In den nächsten zwei Stunden inspizieren Armstrong und Aldrin die Mondfähre, stellen wissenschaftliche Geräte auf und sammeln Proben vom Mond.

Sie enthüllen eine Edelstahlplakette, die sich an der Leiter der Mondfähre befindet. Auf ihr ist eine Botschaft eingraviert, die den zivilen und friedlichen Charakter der Apollo-Mission betont: "WE CAME IN PEACE FOR ALL MANKIND".
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Über Funk bekommen die beiden Astronauten einen wichtigen Anruf: Der damalige Präsident Richard Nixon beglückwünscht die beiden zu ihrer Leistung. Der "Commander Cool", Armstrong, ist hörbar zu Tränen gerührt.

Für Nixon ist es das bedeutsamste Telefonat, das jemals vom Oval Office aus geführt wurde. Er betont, wie stolz alle auf die Astronauten sind und dass sie den Himmel zu einem Teil der menschlichen Welt gemacht haben. 

Allerdings vergisst der Präsident Michael Collins zu erwähnen, der in der Columbia auf seine beiden Kollegen wartet.

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Armstrong und Aldrin haben für die kurze Aufenthaltsdauer einiges zu tun. Die meisten ihrer Aufgaben sind jedoch symbolische Akte: Sie hissen die amerikanische Flagge, lassen eine Siliziumscheibe mit Grußbotschaften von der Erde sowie einen knapp 15 Zentimeter großen goldenen Olivenzweig auf dem Mond zurück - als Symbole des Friedens.
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Zu ihren Aufträgen gehören auch wissenschaftliche Messungen und Untersuchungen. Sie sollen testen, auf welche Weise, in welchem Umfang und mit welchem Zeitaufwand Arbeiten auf dem Mond erledigt werden können.

Eines der Messinstrumente an Bord ist ein Laserreflektor aus High-Tech-Quarzglas, erfunden von dem Heraeus-Konzern in Hanau. Das Gerät steht heute immer noch dort und ermöglicht die Messung der exakten Entfernung zwischen Erde und Mond: Sie liegt bei durchschnittlich 384.000 Kilometern.
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Das sind Buzz Aldrins Worte bei der Rückkehr in die Eagle. Dort ist jetzt alles voller Mondpulver. Der feine Staub hat sich überall abgesetzt. Den Mondgeruch beschreiben die Astronauten als: "metallisch, wie nasse Asche oder Schießpulver."

Außerdem haben die Beiden verstopfte Nasen, wie bei Heuschnupfen, sagen sie. Glücklicherweise haben sie eine eigens für die Mondmission entwickelte Arznei aus Hessen dabei: Nasentropfen der Firma Merck gehören nach einer Schnupfenepidemie in der Apollo-7-Kapsel zur Bordapotheke der Apollo 11.
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Zwei Stunden und 31 Minuten nachdem die Luke der Mondfähre geöffnet wurde, melden die beiden Astronauten, dass sie nun wieder geschlossen ist.
21 kg Mondgestein haben sie gesammelt und um die 100 Fotos geschossen. Sie fühlen sich nicht erschöpft, sie sind berauscht.

In der Eagle gibt es noch eine Menge zu tun: Die Proben müssten verstaut werden und eine lange Liste anderer wichtiger Dinge muss abgearbeitet werden, bevor die geplante Ruhepause eingelegt werden kann.

Ihre erste Mahlzeit nach dem Mondspaziergang: Schinkensandwiches und getrocknete Obstscheiben.
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Erst nach fünf Stunden Arbeit in der Eagle können sie ans Schlafen denken. Aldrin rollt sich auf dem Boden zusammen, Armstrong liegt auf der Triebwerksabdeckung im hinteren Teil der Kabine. Doch die Aggregate der Mondfähre sind zu laut. Hinzu kommt, dass die Fenster zwar abgeblendet sind, aber dennoch viel Licht durchlassen. Und die feuchte Kälte in ihren Anzügen macht es ihnen nicht einfacher. 

Immerhin schafft es Aldrin knapp zwei Stunden unruhig zu schlafen -  Armstrong findet keinen Schlaf. Auf der Erde berichtet er später: "Wir hatten das gleiche Problem wie Kinder im Süßwarenladen. Es war viel zu wenig Zeit, um all das zu tun, was wir noch gerne gemacht hätten."

Nach einem kurzen Frühstück bereiten sich die Beiden auf den Start und das Zusammentreffen mit Michael Collins in der Columbia vor.
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Der Rückflug

Nach 21 Stunden auf der Mondoberfläche starten Armstrong und Aldrin die Aufstiegsstufe der Eagle und machen sich auf den Weg zum Rendezvous mit der Columbia, in der Michael Collins auf sie wartet.

Die Mondlandung hat Michael Collins verpasst: "Ich bin der einzige Amerikaner, der nichts von der Mondlandung gesehen hat, weil es keinen Fernseher in der Columbia gibt", witzelt er.
Zu dritt treten sie die Heimreise an. Sie haben sich viel zu erzählen.
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Das Andocken findet hinter dem Mond statt, im Funkloch. Nach dem Umsteigen in die Kommandokapsel wird die Eagle abgetrennt und schlägt auf der Mondoberfläche auf. Die Einzelteile der Apollo-Mission liegen bis heute auf dem Mond.


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Neil Armstrongs Lieblingsmusik

"Lunar Rhapsody" aus dem Album "Music out of the Moon"

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Schlafen, endlich schlafen. Auf dem dreitägigen Heimflug können die drei Astronauten sich richtig ausruhen. In der ersten Nacht schlafen sie 10 Stunden am Stück. Ansonsten hören sie auf ihrem mitgebrachten Kassettenrekorder Musik, essen und freuen sich auf ihre Rückkehr.

Umso näher sie der Erde kommen, umso schneller werden sie. Die Columbia wird  zunehmend stärker von der Erde angezogen und beschleunigt.

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Nach drei Tagen Rückflug Richtung Erde trennen sie das Versorgungsmodul ab und richten die Kommandokapsel für den Wiedereintritt aus. Dafür wird die Kapsel gedreht, um mit dem Hitzeschild voran in die Erdatmosphäre einzutreten. Von der 110 Meter großen Saturn-5-Rakete ist jetzt nur noch die knapp drei Meter große Kommandokapsel übrig. 

Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre löst einen sogenannten Blackout aus - eine ca. dreiminütige Funkstille: Die Reibungswärme erzeugt einen Strahl aus heißer, ionisierter Luft um die Kapsel, der Funkverkehr ist abgebrochen.
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Die Fallschirme für die Raumkapsel werden in 7,5 km Höhe geöffnet. Der Wind kann dann mit der Kapsel machen, was er will. Großes Aufatmen: Am 24. Juli wassert die Kapsel im Pazifik südlich des Johnston-Atolls.

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Zu groß ist die Angst vor einem Mondvirus. Deshalb müssen die Astronauten mitsamt dem Mondgestein 17 Tage lang in Quarantäne bleiben.

Präsident Nixon lässt es sich nicht nehmen, die Astronauten direkt nach ihrer Landung noch an Bord des Schiffes USS Hornet zu begrüßen. Dort sind sie vorerst in einer mobilen Quarantäneeinrichtung untergebracht, bevor sie die Unterbringung der NASA erreichen.
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Nach der 17-tägigen Quarantäne bekommen Wissenschaftler aus aller Welt - unter anderem in Mainz, Heidelberg, Tübingen und Köln - Proben des Mondgesteins. Und die drei Astronauten touren durch die Welt und werden als Nationalhelden gefeiert.

Die Tragik der Drei: Sie durften nie wieder bei einer Apollo-Mission mitfliegen, denn so große Helden sollten keinem weiteren Risiko ausgesetzt werden.
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Neben allen Erfindungen und technischen Neuerungen, die die Apollo-Missionen langfristig gebracht haben, löste die erste Mondlandung ein einmaliges Phänomen aus, das leider nur von kurzer Dauer war: ein neues Wir-Gefühl. Die ganze Welt war auf dem Mond.
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Ende und Feedback

Zwischen der ersten Mondlandung im Juli 1969 und der letzten im Dezember 1972 waren in sechs Apollo-Missionen zwölf Astronauten auf dem Mond. Seitdem hat kein Mensch mehr den Mond betreten.

Das Apolloprogramm hatte viele Kritiker. Ihm wurden zu hohe Kosten und zu wenige Erkenntnise vorgeworfen. Bis zur Einstellung kostete es 24 Milliarden Dollar - aus heutiger Sicht wären das über 100 Milliarden Dollar - und beschäftigte insgesamt bis zu 400.000 Menschen.

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Die Mondlandung findet zu einer Zeit statt, in der das Ende der Rassentrennung noch nicht in den Köpfen angekommen ist und kaum Frauen in Führungspositionen oder in Wissenschaft und Technik arbeiten. Die NASA macht es anders: Sie nutzt deren Wissen, Kreativität und Engagement.

Die erste Programmiererin der NASA - Margaret Hamilton - hatte sich das Programmieren selbst beigebracht. Sie schrieb die On-Board-Software für den Hin- und Rückflug und die Landung auf dem Mond. Die Mathematikerin, der die Astronauten vertrauten, war Katherine Johnson. Die Afroamerikanerin war zu Beginn ihrer Tätigkeit Teil eines rein männlichen Flugforschungs-Teams. 

Neben Hamilton und Johnson arbeiteten etliche Frauen im Hintergrund - sie alle haben entscheidend zum Erfolg der ersten Mondlandung beigetragen.
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IMPRESSUM

Autorin:
Klaudija Schnödewind

Grafik und Design:
Kerstin Henninger
Marta Czernek
Bartolomeo Castagna
Martina Kronenberger

Musik:
Justus von der Handt

Schnitt:
Justus von der Handt

Illustration:
Torben Kuhlmann

Redaktion/Recherche:
Matthias Grimm
Christiane Thorn
Verena Man
Alexandra Müller-Schmieg
Nicole Bothof

Wissenschaftliche Beratung:
Dr.-Ing. Christian Gritzner
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.

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